Das Bundesamt für Kommunikation hat 2024 die Fernsehkonzession Canal B zugesprochen, was einem Bruch bei der regionalen Berichterstattung gleichkommt. Nach zwei Beschwerden hat das Bundesverwaltungsgericht zu Ungunsten des Senders, der die Konzession seit 1999 innehatte, entschieden. Der Bieler Regionalsender TeleBielingue pflegt und fördert die Zweisprachigkeit, wie sie in Biel gelebt wird. Bei der Berichterstattung wird die Kontinuität zwischen den beiden Sprachen gewährleistet, indem abwechselnd deutsche und französische Programme zu denselben Themen ausgestrahlt werden.
Der Fernsehkanal Canal B, der nun die Konzession übernimmt und ab dem 1. Juli 2026 auf Sendung geht, hat dagegen vor, die Sprachen auf zwei verschiedene Sender zu verteilen. Canal B hat seine Redaktion und seine Studios in Bözingen eingerichtet, weit entfernt vom Communication Center, in dem die anderen lokalen Medien untergebracht sind.
Der RFB setzt sich für einen gleichberechtigten Zugang der beiden Sprachgemeinschaften zum Service public ein. Er ist davon überzeugt, dass eine Stärkung des regionalen Zusammenhalts nur durch eine Annäherung zwischen Deutsch- und Französischsprachigen erreicht wird. Er ruft die lokalen Medien dazu auf, eine verbindende Rolle zu spielen und die Kontinuität der Informationen, die sich an die gesamte Bevölkerung richten, zu gewährleisten. Die Einwohnerinnen und Einwohner der Region müssen sich miteinander und nicht nebeneinander informieren, diskutieren, konstruieren und entscheiden können.
Der RFB erwartet vom neuen Lokalfernsehen, dass es sich bei seiner Zweisprachigkeitskultur am Beispiel von TeleBielingue orientiert. Auch wenn der Rat für französischsprachige Angelegenheiten vor Praktiken warnt, die auf eine Trennung der Sprachen abzielen, ist er offen für neue Ideen, die ein lebendiges, gesundes und respektvolles Zusammenleben der verschiedenen Sprachgemeinschaften fördern.
