Der Rat für französischsprachige Angelegenheiten des Verwaltungskreises Biel/Bienne (RFB) ruft bei der Abstimmung zur Initiative «200 Franken sind genug!» zum NEIN auf! Eine Reduktion der Gebühr zugunsten der Service-public-Medien hätte katastrophale Folgen für die Demokratie, die regionale Medienberichterstattung und den Zusammenhalt der Sprachgemeinschaften.

Der RFB ist sehr besorgt über die verhängnisvollen Folgen, die eine Annahme der Volksinitiative «200 Franken sind genug!» nach sich ziehen würde. Die SRG gewährleistet eine unabhängige flächendeckende Medienberichterstattung in den vier Landessprachen, finanziert durch die Radio- und Fernsehgebühr. Durch ihr vielfältiges Informationsangebot trägt die SRG wesentlich zur Meinungsbildung und zur Aufrechterhaltung einer gesunden und lebendigen Demokratie bei. Eine unabhängige, überprüfte und qualitativ hochwertige Berichterstattung zur Aktualität ist mehr denn je von entscheidender Bedeutung in einem allgemeinen Kontext, in dem Websites der Desinformation und die Veröffentlichung irreführender Fakten das Verständnis und den Zugang zu zuverlässigen Informationsquellen erschweren.

Die drastische Senkung der Gebühr von 335 auf 200 Franken und die Befreiung der Unternehmen von der Gebühr würde es der SRG unmöglich machen, eine regionale Berichterstattung und eine Gleichbehandlung der Regionen zu gewährleisten. Eine solche Senkung hätte unausweichlich direkte Folgen: einen massiven Stellenabbau bei den Journalistinnen und Journalisten, weniger Qualität und Diversität bei den Programmen und vor allem die Schliessung zahlreicher Regionalbüros. Eine vom Bundesamt für Kommunikation in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass die Annahme der Initiative einen Personalrückgang der SRG von 60 Prozent in der französischsprachigen Schweiz und von 33 Prozent in der Deutschschweiz zur Folge hätte. Dies bedeutet einen Verlust an Sichtbarkeit für die Regionen, u. a. für die Region Biel, und einen noch schlechteren Zugang zu Informationen für die französischsprachige Bevölkerung des Kantons Bern, da sich die regionale französischsprachige Presse bereits in einer prekären Situation befindet.

Der nationale Zusammenhalt, der die Grundlage für die Teilhabe der verschiedenen Sprachgemeinschaften in unserem föderalistischen System bildet, muss sich auf einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen abstützen können. Die SRG trägt dazu bei, die regionalen kulturellen Besonderheiten durch die Medienkommunikation als wesentlichem Verbindungsglied lebendig zu halten. Sie unterstützt die Schweizer Produktion von audiovisuellen Inhalten, die einen zentralen Kanal für die Kultur unseres Landes darstellt.

Der RFB setzt sich dafür ein, dass der SRG ausreichend finanzielle Mittel zugewiesen werden, damit sie ihren Auftrag, die Bevölkerung zu informieren, unter guten Bedingungen und gänzlich unabhängig erfüllen kann. Er ruft die Stimmberechtigten daher auf, am 8. März abzustimmen und die Initiative abzulehnen!